Hollywood vs. Realität
Konfrontationen mit Schusswaffen auf kurze Distanz stellen eine außergewöhnliche und hochkomplexe Herausforderung dar. In solchen Lagen sind fundiertes Fachwissen, kontinuierliche Aus- und Weiterbildung sowie regelmäßig trainierte taktische Abläufe unerlässlich. Entscheidend ist dabei die klare Abgrenzung zur klassischen zivilen Selbstverteidigung, wie sie im österreichischen Alltag verstanden wird.
Derartige Szenarien haben mit „Haus- und Hofverteidigung“ nichts gemein. Sie betreffen ausschließlich hochspezialisierte Einsatzlagen, in denen strukturierte Ausbildung, mentale Vorbereitung und rechtliche Klarheit überlebensentscheidend sind..
Die Hauptakteure: Polizei, Militär und Sicherheitsdienste
Die Fähigkeiten von Polizei, Bundesheer und professionellem Sicherheitspersonal beruhen auf umfassenden und fortlaufenden Ausbildungskonzepten. Diese beschränken sich nicht auf den technischen Umgang mit Schusswaffen, sondern berücksichtigen insbesondere auch psychologische Faktoren. Stressresistenz, Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck sowie der kontrollierte Umgang mit Angst und Adrenalin sind zentrale Bestandteile der Ausbildung.
Das Abwehren körperlicher Angriffe und das situationsangepasste Reagieren in lebensbedrohlichen Lagen setzen zahlreiche Voraussetzungen voraus – physisch, mental, rechtlich und taktisch. Es muss klar betont werden: Hier geht es nicht um sportliches Schießen oder statisches Training am Schießstand, sondern um reale Einsatzsituationen, in denen Fehlentscheidungen unmittelbare Konsequenzen haben können. Diese Thematik ist ausschließlich für bestimmte Berufsgruppen relevant und vorgesehen.
Mentale Haltung und Verantwortung
Richtiges Handeln entscheidet in solchen Lagen über Leben und Tod – für einen selbst, für Kollegen, Unbeteiligte und auch für den Angreifer. Wer eine Tätigkeit in diesem Umfeld in Betracht zieht, muss sich der damit verbundenen Verantwortung bewusst sein und bereit sein, Komfortzonen zu verlassen.
Erfahrung und Ausbildung ermöglichen es, Bedrohungslagen realistisch einzuschätzen, das Verhalten eines Angreifers zu antizipieren und angemessen zu reagieren. Diese Fähigkeiten entstehen nicht kurzfristig, sondern sind das Ergebnis jahrelanger, strukturierter Schulung und Praxis.
Distanzmanagement als zentrales Prinzip
Ein grundlegender taktischer Leitsatz lautet: Konfrontationen auf extrem kurze Distanz sind – wenn möglich – zu vermeiden. Bewegungsabläufe, die Nutzung von Deckung, das Lesen der Umgebung sowie das bewusste Halten oder Vergrößern von Distanz sind zentrale Elemente professionellen Handelns.
Die Realität zeigt jedoch, dass sich nicht jede Situation kontrollieren lässt. Gerade im urbanen Umfeld, in Gebäuden oder engen Räumen kann es zu plötzlichen Begegnungen auf minimalem Abstand kommen. Diese Situationen sind besonders gefährlich und erfordern höchste Konzentration und Handlungssicherheit.
Was versteht man unter kurzer Distanz?
Von kurzer Distanz spricht man, wenn sich die beteiligten Personen in unmittelbarer Nähe zueinander befinden – so nah, dass Körperkontakt möglich ist oder mit einem einzigen Schritt hergestellt werden kann. In solchen Lagen steigen die Risiken erheblich: eingeschränkte Bewegungsfreiheit, mangelnde Kontrolle über die eigene Ausrüstung und die Gefahr, dass eine Waffe blockiert oder entwendet wird.
Zusätzliche Faktoren wie schlechte Sicht, enge Raumverhältnisse oder unerwartete Hindernisse verschärfen die Lage weiter. Klassische Schießpositionen sind unter diesen Bedingungen oft nicht anwendbar, weshalb situationsangepasstes Handeln von entscheidender Bedeutung ist.
Risiko minimieren durch Technik, Taktik und Umfeldbewusstsein
Professionelles Vorgehen zielt stets darauf ab, das eigene Risiko so gering wie möglich zu halten. Dabei gibt es keine universelle Lösung – jede Situation erfordert eine individuelle Bewertung. Ob im Personenschutz, bei Objektsicherung oder im behördlichen Einsatz: Die Umstände können stark variieren.
Wesentliche Aspekte sind unter anderem:
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sicheres und kontrolliertes Waffenhandling
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situationsangepasster Einsatz des eigenen Körpers
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Handlungsfähigkeit unabhängig von Position oder Bewegung
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permanentes Umfeld- und Lagebewusstsein
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konsequentes Streben nach Distanz und Übersicht
Diese Fähigkeiten entstehen ausschließlich durch realitätsnahes, professionell begleitetes Training.
Bedeutung gezielter Vorbereitung
Auch wenn Verteidigungsszenarien auf kurze Distanz in Österreich vergleichsweise selten auftreten, bleibt ihre Einbindung in Ausbildung und Training unerlässlich. Sicherheitsarbeit bedeutet stets, sich auf Situationen vorzubereiten, die möglicherweise nie eintreten – deren Eintritt jedoch gravierende Folgen haben kann.
Unvorbereitete Personen geraten in solchen Extremlagen schnell an ihre Grenzen. Professionelle Vorbereitung schafft keine Garantie, erhöht jedoch die Handlungssicherheit und reduziert das Risiko für alle Beteiligten erheblich.
Zusammenfassend gilt:
Der Umgang mit bewaffneten Konfrontationen auf kurze Distanz ist kein theoretisches Thema und kein Bestandteil populärer Selbstverteidigungsmythen. Er ist ein hochspezialisiertes Einsatzfeld, das in Österreich klaren rechtlichen, fachlichen und ethischen Rahmenbedingungen unterliegt – und ausschließlich in professionelle Hände gehört.
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